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Magische Orte 

Roms Geschichte(n)

Schon alles gesehen? Das perfekt erhaltene Pantheon, den barocken Trevi-Brunnen, die lebendige Piazza Navona... Es gibt noch so viel mehr magische Orte in Rom, voller Geschichte und Geschichten, Kunst und Kultur. Hier sind unsere Empfehlungen. 

Zwischen Palatin und Colosseum

Archäologischer Park auf dem Celio

Wer an der Monsterkreuzung beim Circus Maximus in die Salita di San Gregorio abbiegt, wird staunen: Oben auf der grünen Nordkuppe, mit Colosseumspanorama, liegen römische Artefakte wie in einem sehr ordentlichen Trödelladen: von Sarkophagen bis zur Monumental-Grabsteinen. Dazwischen Verwaltung zum Anfassen (Grenzsteine!), Inschriften, die aussehen, als wären sie Kreuzworträtsel, plus hübsche Beispiele des kreativen Recyclings der Nachantike. Im Park selbst wartet außerdem das neue Museum der Forma Urbis – die berühmte marmorne Stadtkarte - bis heute die Google Maps der Antike. Der Park: täglich offen und gratis; das Museum: montags zu, kostet Eintritt.

Neuer Studiensaal und Cafeteria auf dem Celio

Casina del Salvi

"Ich bezweifle, dass es auf der Welt noch schönere Orte zum Essen und Lernen gibt. Und wer hier studiert, kann gar nicht anders, als in seinen Prüfungen eine 30 zu bekommen“, scherzte Roms Bürgermeister. Er preiste die Wiedereröffnung des neoklassizistischen Gebäudes auf dem Celio; Cafeteria und Studiensaal in Einem. Unbedingt hier vormittags einen Cappuccino in der Sonne trinken, auf eleganten Stahlrohr-Bänken verweilen (gut gepolstert!) und den Blick schweifen lassen… 

Täglich geöffnet von 9.00 - 16.30 h.

Engel an meiner Tafel

Santi Andrea e Gregorio al Monte Celio

Hier kommt Rom leise zu sich selbst: an der Piazza San Gregorio Magno im Rione Celio, nur ein paar Schritte nordöstlich vom staubigen Rund des Circus Maximus entfernt.

Die Fassade der Kirche ist ein Hauptwerk Giovanni Battista Sorias: barocker Prunk, der aber die Disziplin der Renaissance atmet. Lohnenswert ist es, linkerhand die kleine Treppe hinaufzusteigen und durch den Klostergarten zum Oratorio di Santa Barbara zu gehen. Dort stößt man auf jene Art von römischer Magie, die aus Stein und Mythos gewebt ist: ein Tisch, gefertigt aus einer antiken Spolie. Die Legende besagt, der heilige Gregor (6. Jhd.) habe hier Tag für Tag zwölf Mittellose gespeist – bis sich eines Tages ein dreizehnter Gast dazugesellte: ein Engel. Der Platz ist bis heute diskret markiert, als flüchtiges Zeichen für das Unerklärliche. Umrahmt wird diese Szenerie von den Fresken Antonio Vivianis aus dem Jahr 1602, die vom Leben Gregors erzählen...

Ein Park? Oder ein Friedhof? 

Cimitero Accattolico
di Roma

Das also ist Roms protestantischer Friedhof: der Cimitero Accattolico. Trauernde Marmorengel inmitten von Pinien und schlanken Zypressen, mit Efeu bedeckte Gräber, dazwischen jahrhundertealte Stelen, Büsten und kunstvoll verzierte Tafeln. Ihre Inschriften erinnern an Diplomaten, Archäologen und berühmte Dichter aus aller Welt.
Was für ein malerischer, aber auch melancholischer Ort! Er gleicht eher einem Park denn einem Friedhof. Mit Palmen, üppigen Hortensien und Bänken zum Nachdenken in stillen Winkeln.  „Der protestantische Friedhof ist der schönste, den ich je gesehen habe”, schrieb Skandinaviens wohl berühmtester Künstler, Edvard Munch, 1927 nach seinem Besuch. Man will ihm nicht widersprechen.

Antiker römischer Stadtplan - interaktive Karte

Digital Augustan Rome

Ein wahres Wunder: mit einer interaktiven Karte lässt sich das antike Rom digital erkunden. Also auf zu antiken, historische Stätten und Monumenten, die auf keinem anderen Stadtplan mehr verzeichnet sind. Ein historischer time jump!

Roms melancholische Schatulle

Der Park der Villa Torlonia

Mitten im quirligen Rom ist dieser Park ein stilles, fantastisches Kuriosum. Wo einst der faschistische Diktator Mussolini residierte, flüstert heute eine fast morbide Geschichte aus dem Gebälk. Die Villa Torlonia entzieht sich dem klassischen Postkarten-Kitsch und fasziniert stattdessen durch ihre exzentrischen Spielereien: Inmitten mediterraner Pinien und Palmen verbirgt sich eine künstliche Ruine, ein geheimnisvolles Eulenhaus (Casina delle Civette) mit verspieltem Jugendstil-Glas und ein arabisch anmutendes Gewächshaus. Hier spaziert man nicht nur durch die Natur, sondern durch einen stillen, fast irrealen Traum, der selbst an heißen Sommertagen kühl und staunenswert entrückt bleibt.

Innehalten. Trauern. Hoffen.

Rome War Cemetery

Man liest die Namen, die Daten – Juni 1944, die Tage der Befreiung Roms –, und man begreift, dass diese jungen Männer aus Kanada, Südafrika oder Neuseeland hier eine Ewigkeit verbringen, die so gar nichts mit ihrer Heimat zu tun hat. Sie starben für eine Freiheit, die wir heute so ermüdend selbstverständlich finden. Man steht dort, blickt auf den perfekt getrimmten Rasen und spürt eine Einsamkeit, die viel größer ist als dieser kleine Friedhof. Es ist die Einsamkeit einer Generation, an der Via Nicola Zabaglia, eingefroren. Ein perfekt komponiertes Stück Melodram, umgeben von Teilen der Aurelianischen Mauer. Wer in den Morgenstunden kommt, kann die krähenden Hähne vom Monte Testaccio, Roms Scherbenberg aus antiker Zeit, hören...

Dem Papst aufs Dach steigen

Auf der Kuppel des Petersdoms

Wer den Aufstieg wagt, kauft sich ein Ticket – und übt sich in Demut. Der Weg auf die Kuppel des Petersdoms führt in den Zwischenraum der doppelten Kuppelwand: eine Röhre, die sich mit jeder Stufe spürbarer nach innen neigt, so als wolle die Architektur selbst den Besucher in die Knie zwingen. Oben angekommen, auf der windumtosten Terrasse, bietet sich dann jener Blick, den man aus unzähligen Drohnenaufnahmen zu kennen glaubt. Und doch ist da etwas, das kein Bildschirm transportieren kann: Die schiere, monumentale Maßstabslosigkeit dieses Roms, das sich unter einem ausbreitet wie eine verblasste Kinokulisse aus den sechziger Jahren..

Akanthus und Artefakte

Im Schatten des Präsidentenpalastes

Der Giardino di Sant'Andrea al Quirinale ist die perfekte römische Kulisse für eine flüchtige Pause von der Hektik Roms. Sowohl für Touristen als auch für die Staatsdiener Italiens, die nebenan im Palazzo del Quirinale beschäftigt sind, dem Sitz des Staatspräsidenten. Der kleine Park ist ein barocker Garten, der seine Stille hartnäckig gegen den Lärm der Via del Quirinale verteidigt. Zwischen exotischen Zedern und üppigen Palmen findet man hier genau das, was Rom im Innersten zusammenhält: sattgrüne Akanthus-Pflanzen neben verwitterten Kapitellen und marmornen Artefakte aus längst vergangener Zeit; jetzt zweckentfremdet. Hier kann man inmitten einer monumentalen Theaterkulisse sein ganz profanes Pannino auf einer Travertinbank genießen.

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